Privatsphäre im Internet - Google mahnt User

Veröffentlicht auf von Koolteeth

In jeder Sekunde gehen tausende Suchanfragen über die Google-Server. Jedes Mal werden Benutzerdaten und Suchanfragen von Google gespeichert. Diese Daten werden für Werbezwecke genutzt und finden sogar von Zeit zu Zeit Eingang in staatliche Behörden auf der ganzen Welt. Und dennoch fordert Google zu Recht alle Surfer auf, ihre Privatsphäre besser zu schützen!

Google lebt von der Freizügigkeit seiner Benutzer. Wer etwas sucht, ist so frei und gibt die Suchanfrage an Google weiter. Obwohl wir alle wissen, dass Google unsere Daten speichert und nutzt, um uns mit personalisierter Werbung zu konfrontieren. Kein Geheimnis ist es nunmehr, dass gewisse Suchanfragen durchaus auch das Interesse von Geheimdiensten und Staatsschützern erwecken.

Das Internet lebt gerade auch von seiner Freizügigkeit. Wer seine Daten in ein Formular tippt, ein Community-Profil erstellt oder einfach nur nach intimen Dingen "googelt", macht das sehr hemmungslos. Das Internet gibt auf den ersten Blick das Gefühl von Anonymität. Keine Augen da, die einen beobachten oder verfolgen. Keine Zwischenmenschlichkeit (im engeren Sinne), die direkte Scham oder Hemmungen vermittelt.

Selbstdarstellung im Internet ist in! Ob YouTube, MySpace, StudiVZ oder Weblogs, es gehört fast schon zum guten Ton, dabei zu sein. Das man dabei von allen Surfern Beachtung erlangt, ist nicht nur völlig egal, sondern eben gerade das Ziel. Wir machen im Netz, was wir auf dem Marktplatz in der Stadt niemals machen würden: Wir geben lauthals zum Besten, wer wir sind, was unsere Interessen sind, wo wir herkommen und wohin wir gehen werden. Und das, obwohl wir es im Netz mit tausendmal mehr "Beobachtern" zu tun haben, als auf einem Marktplatz.

Freiwilliger "Exhibitionismus" gegen Vorratsdatenspeicherung. Kein Thema! Wir sind alle frei darin, tun und lassen zu können, was wir wollen. Unsere Freizügigkeit ist eines unserer wichtigsten Grundrechte. Aber wir dürfen uns auch nicht wundern, wenn diese Freizügigkeit von anderen gegen unseren Willen ausgenutzt wird, wenn wir sie so hemmungslos zur Schau tragen.

Und genau da hat Google recht! Wenn wir auf dem Arbeitsamt sind, dann erzählen wir doch auch nicht gleich von unseren gepiercten Nippeln oder unserer Vorliebe für Hunter S. Thompson Romane oder unserer Emo-Plattensammlung (je nach Geschmack natürlich variable Themen (dient nur der Dramaturgie)). Wir geben dem Herrn gegenüber nur die nötigsten Infos. Gegenüber den Millionen "Herrn" im Netz sollten wir uns das gleiche angewöhnen.

Veröffentlicht in Gedanken

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