Abzocke bei Lebensmittelpreisen

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Das Leben ist kein Vergnügen, aber ein verdammt teurer Spaß. Die Preise für Lebensmittel steigen und steigen. Laut Händlern und Herstellern sind die hohen Preise für unser täglich Brot Folge der weltweit gestiegenen Rohstoffpreise. Der Witz an der Sache ist aber, dass die Preise im Supermarkt hoch bleiben, obwohl die Rohstoffpreise wieder gesunken sind!

Einmal wieder wurde von einer öffentlich-rechtlichen TV-Redaktion belegt, dass hierzulande etwas falsch läuft. Wenn der Handel die Preissteigerungen im Lebensmittelbereich auf die hohen Kosten im Weltmarkt schiebt, dann ist das nur teilweise richtig. Denn gehen diese Kosten für Nahrungsmittelrohstoffe wieder zurück, bezahlen wir weiterhin den hohen Preis, ohne dass der Handel sich dem Weltmarkt anpasst. So machen profitgierige Händler und Hersteller stillschweigend aus der Not eine Tugend.

Zum Beispiel stiegen die Preise beim Bäcker schlagartig in die Höhe, weil Weizen und anderes Getreide auf dem Weltmarkt teurer wurden. Jetzt hat sich die Lage wieder entspannt und die Preise sind gefallen. Allerdings lassen die meisten Bäcker die Preisschildchen einfach mal hängen und zocken so kräftig weiterhin ab. Beim Bier ein ähnliches: Zwar ist der Hopfen teurer geworden, ein damit gerechtfertigter Preisanstieg übertrifft allerdings die Wirtschaftlichkeitsbegründung der Brauereien. Zudem haben diese oft längerfristige Abnahmevertäge, die ihnen den Preis bei Vertragsabschluss zusichern, sodass sie heute noch nicht einmal etwas vom gestiegenen Preis spüren müssen. Auf Kosten der Verbraucher kann man es ja machen...

Und nicht nur aus der Lebensmittelsparte sind solche ungerechtfertigten und einseitigen Preissteigerungen bekannt. So erinnere ich mich noch allzu gut an die Zeit, als der Dollar enorm in die Höhe stieg und amerikanische Importprodukte (Mode und Sportartikel) zwangsläufig bei uns teurer wurden. Begründet wurde dies damals mit den hohen Shippingkosten der Amerikaner. Als der Dollar jedoch wieder fiel, blieben die Produkte gleich teuer. Heute befinden wir uns auf einen Euro-Höhepunkt und wir spüren rein gar nichts davon. Außer den Ratschlägen, dass Einkaufen in den USA jetzt richtig lohnenswert für uns Europäer ist. Sollten denn dann US-Artikel nicht auch logischerweise bei uns auch billiger sein!?

Wenn große Produktionsfirmen in sogenannte Billiglohnländer abwandern oder auch bei uns seit Jahren keine Lohnniveauangleichung vornehmen, dann doch aus dem Grund, dass billiger produziert werden kann. Defakto müssten doch dann diese Produkte auch billiger auf den Markt kommen? Außer in der Elektronik- und Automobilbranche ist davon aber wenig zu spüren. "Luxusartikel", die man nicht allzu häufig einkauft, müssen ja nun auch attraktiv bleiben. Hier wird also real gewirtschaftet. Um die Nachfrage zu erhalten, wird das Angebot so günstig wie möglich gestalltet. Bei Lebensmitteln und anderen täglicheren Produkten, ist der Verbraucher aber an das Angebot gebunden; die Nachfrage bleibt immer gleich. Wir können nur schwer bis gar nicht auf gewisse Lebensmittel (auch Energie) verzichten und sind damit mit unserer eigenen Existenz abhängig von Händlern und Herstellern. Und diese nutzen das schamlos aus.

Veröffentlicht in Schlechte Dinge

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