Neuer Daten-Skandal der Telekom!

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Wie der Stern berichtete, sind der deutschen Telekom mal wieder Kundendaten abhanden gekommen. Diesesmal inklusive Kontonummern. So beklagten schon ein paar Kunden illegale Abbuchungen auf ihren Konten. Die Telekom räumt Fehler ein. Die Daten seien an dubiose Adresshandler und Callcenter gelangt.


Das wir es hierbei nur mit der Spitze des Eisbergs zu tun haben, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Adressdaten und so weiter sind hoch lukrative Waren geworden. In Zeiten einer weltweiten Vernetzung ist ihr Wert noch gestiegen.


Bereits vor ca. 10 Jahren wurde ich Zeuge eines umfangreichen Adresskaufs bei einer pleite gegangenen Firma. Für mich war es damals etwas neues, dass man Adressen handeln kann. Für ca. 40 Tausend Adressen wurden damals 500,- Euro (1.000,- DM) bezahlt. Die Datensätze enthielten lediglich den Namen und die Anschrift.


Heutzutage erfährt man aber meistens noch viel mehr aus einem solchen Datensatz. Denn je mehr über vorhandene oder potenzielle Kundschaft bekannt ist, desto effektiver kann Marketing stattfinden. Bekanntestes Beispiel für einen solchen Daten-Sammler ist die Suchmaschine Google. Anhand der Suchbegriffe werden für jeden User (jede IP) die passenden Werbungen geschaltet. Denn Suchbegriffe geben Aufschluss über Vorlieben.


Bei Google Mail schreibt man zehn Liebesbriefe und bekommt dann nur noch Werbung und Infos zu Liebes-Themen eingeblendet. Unheimlich oder!? Aber wen wundert's? Solche Firmen wären doch dumm, wenn sie ihre Dienste ohne jede Gegenleistung anbieten würden!


Genauso auch Preisausschreiben und andere Mitmachaktionen. Bei einer langen Diskussion mit einem Zeitschriftenhändler an der Haustür, gab dieser zu, dass er für eine Firma Zeitschriftenabos verkaufen und für eine andere Firma, in Form eines Gewinnspiels, Adressen sammeln würde. Natürlich habe ich ihn wieder weggeschickt!


Das es ausgerechnet der Telekom passiert, dass so vertrauliche Daten an Dritte gehen, ist sicherlich ein großer Skandal. Aber eigendlich liegt das Problem darin, dass wir selbst mit unsere Daten offen und frei hausieren gehen. Ich verweiße hierbei auf einen älteren Artikel von mir. In einer Zeit, in der Daten auf USB-Sticks schnell und einfach transportiert werden können, geschieht dies auch. Denn Daten bringen Geld und für Geld machen viele Menschen einfach alles. Wer noch an Sicherheit seiner Daten denkt, ist schlicht naiv.

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