Gratis für die Ärmsten - eine Schönheits-OP!

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Was viele vom Friseur um die Ecke kennen, ist jetzt in den Slums von Rio De Janeiro für Schönheitsoperationen möglich: Studenten operieren die armen Menschen für umme! Zur Übung! Zwar sind große, komplizierte OPs nicht möglich, aber Botox und andere Klein-Eingriffe sind machbar. Die Menschen stehen Schlange.

Denn Schönsein bedeutet für die armen Mädchen und Frauen in Rio der Ausweg. Modells wie Giselle Bündchen sind ihre größten Idole. Perfektion, die fast nicht mehr natürlich wirkt, kann aber nur mit einem gewissen Startkapital erreicht werden. So bleibt für viel Mädchen aus den Slums alles nur ein großer Traum.

Gut, dass es jetzt die Chirurgie-Studenten der Klinik "Brasilianische Gesellschaft für kosmetische Chirurgie" gibt. Zu Übungszwecken bieten sie allen, die im Monat weniger als 184,- Euro verdienen eine kostenlose Schönheits-OP. Aber ist das wirklich so gut? Vorallem Frauen wissen, dass ein Friseurbesuch auch bei Profis oft zu Tränen führen kann. Mit einer gewagten Frisur legt man sich nicht unter die Hände eines blutigen Anfängers!

Was also, wenn ein Student die Nacht davor auf einer Wohnheimparty kräftig gebechert hat? Oder ihm schlicht und einfach die Übung fehlt? Ganz zu schweigen von der Aufregung und dem Druck, der auf ihnen lastet. Wächst die Nase wieder nach? Verschwindet die Gesichtshälftenlähmung wieder? Sind die Ärmsten dann nicht doppelt angeschmiert, weil ihnen dann auch noch das Geld für die Folgeschadenbeseitigung fehlt?

Und auch wenn die Frauen und Mädchen umfassend aufgeklärt werden, ob ihnen das Risiko wirklich voll bewusst ist, ist die andere Frage. Selbst bei uns übersehen viele Menschen die Risiken - frei nach dem Motto: Schönheit um jeden Preis. Kann man nur hoffen, das die Studenten dort gewissenhaft arbeiten und nicht jeden Wunsch erfüllen.

Veröffentlicht in Gedanken

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post