Geschichte: Die Serie "Der Weg ins Wasser" - Teil 1

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Hallo Leute! Ab heute versuche ich eine Geschichte in mehreren Teilen auf meiner Seite zu veröffentlichen. Wie regelmäßig das geschieht, weiß ich noch nicht. Aber ich versuche es durchzuziehen! Also viel Spaß beim Lesen des ersten Kapitels!

Fussball, Freibier und fliegende Teppiche.

Ich stehe mehr schlecht als recht auf dem Fussballfeld. Mein Blick ist auf das Gras gerichtet. Mein Kopf dreht sich. Schneller und schneller. Ich atme tief durch. Ich spüre, wie es durch meine Adern fließt. Mit jedem Herzschlag gewinnt es an Geschwindigkeit. Es pumpt durch meine Organe und Gliedmaßen. Ich will es nicht mehr. Es soll raus! Mario kommt. „Hey Alder, alles ok bei dir?“. Beherzt schlägt er mir auf den Rücken. Ich verliere mein Gleichgewicht und kippe vorne über. Meine Knie stoppen den Fall. Mein Oberkörper sackt langsam nach vorne und wird erst gebremst, als meine Stirn das nasse Gras berührt. Ich muss aussehen wie ein Moslem, der ohne Teppich in Richtung Mekka betet. Mario beugt sich zu mir herunter. „Hey Mann! Geht’s dir schlecht?“. „Nein. Mir ist einfach ein bisserl übel.“. „Na dann. Bis später!“. Er geht zurück zum Vereinsheim des ansässigen Fussballclubs. Ich höre wie die Musik beim Öffnen der Tür lauter wird. Stimmen dringen nach draußen. Die Tür wird wieder geschlossen. Die Musik wird wieder gedämpfter.

Es war meine Idee herzukommen. Ich hatte von einem Freund gehört, dass es heute eine super Party im Vereinsheim geben würde. Viel zu saufen. Saufen hört sich immer gut an. Und dann auch noch gratis! Freibier! Als ich Mario davon erzählte, war der Abend safe. Auf dem Herweg habe ich zwei Halbe getrunken. Nüchtern auf einer Party zu erscheinen ist einfach ein komisches Gefühl. Ich will reinkommen und schon so gut drauf sein, dass es alle sehen können. So läuft's immer bei uns. Die Tür des Vereinsheims aufgerissen und schon kamen die ersten Gröler von Leuten die ich kenne. „Benny!“. Ich spazierte rein und genoß mit meinem Fans drei Jägis. Dazu holte ich mir gleich ein Bier aus dem Kasten. Schließlich muss man nehmen, solange noch da ist. Außerdem beherrsche ich das Stereo-Saufen. Nachdem wir uns aklimatisiert hatten, begoss ich die weise Entscheidung mit noch einem Bier zusammen mit Mario. Kaum war das leer, holte ich mir auch schon das nächste. Getreu dem Motto: In der einen Hand ein Bier, in der anderen eine Kippe – so schmeckt's am Besten! Es reicht, wenn man zwischendurch eine Hand frei hat. Dann bin ich mal schnell auf's Klo. Dort habe ich ein paar Jugendlichen die alte Bundy-Weisheit nahegebracht, dass es nichts schöneres gibt, als dem Druck auf der Blase Luft zu lassen. Sie stimmten mit Gelächter zu. Wieder hundert Punkte für mich! Draußen entdeckte ich dann die herrvoragende CD-Sammlung neben der Stereoanlage. Ich holte mir noch ein Bierchen und sortierte die CDs nach der Reihenfolge, wie sie aufgelegt werden sollten. Zuerst die Partyknüller, dann die exquisiten Sachen, dann ein paar Tanzsongs und gegen Schluss ein paar coole Anmachlieder. Mein Plan umfasste den Ablauf der Party bis etwa 4 Uhr morgens. Dann wäre mir eh alles egal. Ein Mädel kam zu mir und beobachtete meine schnellen Finger beim Sortieren der CDs. „Bist du hier der DJ?“. Ich antwortete: „Nein, ich bin der Benny. Aber wenn du mir deinen Wunsch sagst, werde ich ihn dir erfüllen.“. Wahnsinnig gerissen. Das Nötige mit einem kleinen Kalauer verbunden. Alles bestens! Ihrem Musikwunsch stimmte ich zu und suchte die CD. Dazwischen gab ich ihr den Auftrag einen Schnapps und zwei Becher zu organisieren, damit wir einen trinken könnten. Sie kam mit den Utensilien zurück und wir becherten ein oder zwei oder mehr. Dann unterhielten wir uns. Am Freitag war das Wetter so schlecht, dass sie die Schule blaugemacht hatte und nächstes Jahr schreibe sie ihr Abi. Da schießen einem Dreißigjährigen kurz Bedenken durch den Schädel, aber eben nur kurz. Früher war sie voll auf Slipknot und so, jetzt hört sie Bob Marley und 50 Cent. Geile Entwicklung und super Mischung. Aber über Musik lässt sich ja streiten und deshalb akzeptiere ich die Findungsversuche der Jüngeren einfach ohne Kommentare. Ich holte mir schnell noch ein Bier und brachte ihr auch eines mit. Wir unterhielten uns noch über dies und das. Ihr Ex war vier Jahre älter. Gute Tendenz. Weiter so! Ich ließ meinen Charme tanzen und ungläubig fragte sie mich, ob ihre Augen echt so besonders wären. „Das sind keine normalen Augen. Ehrlich! Also nicht negativ! Ein Blick und ich könnte mich darin verlieren. Ich schaue sowieso immer zuerst auf die Augen.“. Egal was sie dir dann sagen, es ging durch die Hörmuschel direkt ins Gehirn. In Kombination mit Alkohol und anderen netten Schmeicheleien bewirkt es auf jeden Fall ein gutes Gefühl bei den Frauen. Und darauf kommt es an! Leider musste ich dann feststellen, dass das letzte Bier ebenfalls seine Wirkung zeigte. Mein Blick war teilweise schon ganz schön verschoben. Konzentration! Jetzt nichts versauen. Sie rauchte, ich auch. Der Rauch machte es nicht besser. Die Sauerstoffzufuhr nimmt ab, das Gehirn bezahlt schon das Ticket für's Karussel. Ich fasste den Plan, kurz auf dem Klo nach frischer Luft zu schnappen. „Versuch nicht gleich auszuwandern! Ich geh nur kurz den menschlichen Lastern die Autobahn zu räumen. Bis gleich!“. Ich denke sie hat den Wortwitz nicht verstanden, aber was soll's. Sie lächelte und blieb stehen. Alles bingoletti! So locker ich noch konnte, bewegte ich mich im Rhythmus der Musik an den vielen Betrunkenen vorbei in Richtung Klo. Neben mir am Pissoir stand Mario! „Woho! Alles klar? Coole Party oder!?“. Er nickte mir kurz zu. „Jetzt pack schon endlich deinen Mikropenis aus!“. „Ich piss doch schon längst!“. „Ach so. Sorry.“. Noch ein Typ kam ins Klo. Ich beendete den Pinkelvorgang und drehte mich um. Der Typ hüpfte übervoll von Bein zu Bein. Ich machte ihm den Weg frei. Er brach fast aus sich heraus. Also erzählte ich auch ihm die Bundy-Weisheit. Es stellte sich heraus, dass er alle Bundy-Folgen kannte. DVD-Box! Wir plauderten ein bisschen. Leider verbesserte sich meine Lage kaum. Und zu allem Überfluss lies mich der Typ noch von seinem Whisky-Cola schlürfen. Ein kurzer Nipper, aber der Typ mochte mich und zwang mich, nicht so bescheiden zu sein! Schließlich ist alles Umsonst! Noch eine Kippe dazu. Dann hatte ich das Bedürfnis mich zu bewegen. Und zwar raus in die Ruhe und an die frische Luft! Da fiel mir auch schon eine gute Ausrede ein: bei der Stereoanlage wartet ja noch ein Mädel auf mich! Der Typ lies mich ziehen. Im Partyraum war es laut und rauchig. Mein Blick war unfixiert und schlaff. Als meine Augen über die Szene huschten, konnten sie das Mädel am CD-Player nicht finden. Egal! Besser sogar! Dann musste ich schon nichts erklären. Ich schwankte breit durch die Menge, rempelte einen Idioten an und stolperte zur Tür. Als ich diese aufriss, bemerkte ich im Augenwinkel kurz das Mädel. Aber mein Plan war gefasst und hatte Priorität. Wenn sie schon so lange warten konnte, dann auch noch, bis es mir wieder besser ging. Ich stolperte raus auf den Fussballplatz und blieb dort stehen.

Ich will, dass es mir wieder besser geht! Zuviel Alkohol im Blut! Also mache ich, was ich kann. Ich versuche mit meinen Armen wieder meine Oberkörper aufzurichten. Jesses! Das hört sich so einfach an. Das Gras ist nass und rutschig und mein Körper hängt mit seinem ganzen Gewicht nach vorne. Außerdem führt jede hecktische Bewegung zu noch höheren Umdrehungszahlen meines Kopfkarussels. Sogar meine Augen rotieren in ihren Höhlen. Jawoll. Genau das ist es doch, was ich brauche. Ich will endlich kotzen. Also reiße ich meine Kraft zusammen und richte mich so schnell wie nur möglich auf. Mein Blick geht geradeaus in die Dunkelheit hinter dem Fussballfeld. Ich atme tief durch. Ich will kotzen. Also atme ich flach und schnell und unregelmäßig. Der Brechreiz! Ich pumpe mit. Endlich. Ich beuge mich vor und kotze! Alles raus, was keine Miete bezahlt. Oder so. Leider muss ich mehr würgen als kotzen. Es tut weh und es macht Lärm. Muss ja nicht sein. Immerhin habe ich meinen Bauch ein bisschen geleert. Es geht mir in der Tat besser! Ich stehe ganz auf und checke meine Kleidung. Die Knie sind nass. Vom Gras. Pulli und Hose scheinen sauber zu sein. Ich reibe mir auch schnell die Stirn ab. Falls Gras daran hängt.

Dann gehe ich zum Vereinsheim und setze mich auf die Bank neben dem Eingang. Ich lege meinen Kopf zurück und schließe die Augen. Die gedämpfte Musik umspielt meine Gedanken. Gedanken an nichts. Ich konzentriere mich auf meine Atmung. Und ich versuche den ekligen Geschmack aus der Fresse zu bekommen. Ein Zigarette wäre jetzt nicht schlecht. Der Rauchgeschmack übertyncht den Kotzgeschmack. Ich krame die Schachtel und das Feuer aus meiner Tasche und zünde eine Zigarette an. Aber mehr als die Hälfte schaffe ich nicht. Sonst wird mir bloß wieder schwindelig. Ich höre von links ein paar Schritte herkommen. Ich mache schnell die Augen auf um bereit zu sein. Bereit für was auch immer, Hauptsache niemand merkt, dass ich nicht auf der Höhe bin. Drei Jungs. Fuck! Drei Glatzen! „Ist hier eine Party?“. „Ja richtig.“. Sie schauen durch das Fenster. „Nur Kinder.“. „Zecken?“. „Kinderzecken.“. „Hey du?“. „Ja?“. Jetzt stehen sie alle drei vor mir und schauen mich mal saublöd an. „Von wem ist die Party?“. „Keine Ahnung. Aber ich glaube, geschlossene Gesellschaft. Geburtstag oder so.“. „Bist du eingeladen?“. „Ja. Äh, nicht direkt. Mein Kumpel kennt jemanden aus seiner Klasse.“. Ich bin einfach der geborene Schwätzer. Mir ist bewusst, dass es jetzt an mir liegt, die Party zu retten. „Sollen wir rein?“. „Ok!“. Na dann hatte ich wohl keinen Erfolg. Der erste, die Oberglatze, macht die Tür auf. Die anderen wackeln hinterher. Ich bleib mal sitzen. Kurze Zeit später kommen sie mit einer Kiste Bier wieder raus. Sie lästern über die Partygesellschaft. Nur dummes Gewäsch. Aber was will man erwarten? Und wäre ja nicht so, dass die Idioten nicht trotzdem gefährlich wären. „Hey Jungs! Ihr macht's klever! Gleich 'nen ganzen Kasten.“. „Einmal da rein reicht ja! Hält ja keiner aus da drinn.“. „Kann ich ein Bier von euch haben?“. „Hol dir dein eigenes!“. „Hey warte! Wer ist dein Führer?“. Klasse! Solche Fragen führen zwangsweise zu Ärger. „Ich brauche keinen Führer. Hab' meinen eigenen Kopf! Bin damit noch jedesmal gut weg gekommen.“. Vielleicht diesesmal nicht. „Bist wohl ein Autonomer?“. „Meinen Führerschein habe ich, ja. Nein, Jungs, Spaß. Was verstehst du unter Autonomer?“. „Lass ihn. Gib ihm ein Bier.“. Die Oberglatze hat gesprochen. Hau! Sein Leibeigener gibt mir ein Bier. Ich mache es auf und trinke. Soll ich jetzt reingehen? Aber es läuft doch grad ganz gut hier draußen. Vielleicht fällt mir ja noch was ein, wie ich die Glatzen zum Nachdenken bringen kann. „Seid ihr von hier aus der Gegend?“. „Nein, von Weitprechtshausen.“. „Du?“. „Ich komm von hier. Und was treibt euch hierher?“. „Wir wollen ein bisschen auf die Pauke hauen.“. Die Oberglatze bläht sich wieder auf. Ich denke mal, die Jungs sind fünf bis sechs Jahre jünger als ich. Aber eben zu dritt. Zu dritt hat man einen harten Tritt. Ich kann es nicht lassen! Ich bin so witzig! „Seid ihr mit dem Auto unterwegs?“. „Nein.“. Ich bin doch nicht von FBI! Warum nur so kurze Antworten!? „Mit dem Bus?“. „Ja.“. „Ok. Aber wann fährt der letzte? Schließlich ist es zu Fuß ein langer Weg.“. „Wie wir heimkommen wissen wir noch nicht.“. „Stehen ja überall Autos rum... Haha!“. Die drei Glatzen schlürfen ihr Bier. Irgendwas passt nicht so ganz. Sie scheinen sich gar nicht wohl zu fühlen. Dann legt jemand die Böhse Onkels CD ein und die Musik dringt nach draußen. Die Glatzen stehen auf und reisen die Tür auf. „Lauter!“. Wer hat meine CDs durcheinander gebracht!? Die Onkels standen nicht auf dem Plan! Die Glatzen spazieren einer nach dem anderen in das Vereinsheim. Die Tür knallt hinter ihnen zu. Keine Manieren! Ich sehe meine Chance! Ja Mann! Ich stehe auf und geh zum Kasten. Ich pfriemle meinen Schwanz raus und lasse die Muskeln locker. Ein dampfender Strahl wandert die Flaschenreihen entlang. Von oben nach unten. Die Tür geht auf und einer der Glatzen schaut mich an. „Scheiß LSD!“, sage ich noch und packe schnell wieder ein. Aber bevor der Reisverschluss zu ist, werde ich zu Boden gerissen. Es geht alles sehr schnell. Ich spüre Druck an verschiedenen Körperstellen, aber keinen Schmerz. Die anderen Glatzen stehen neben mir und treten geschult in meine Seite. Ein paar Partygäste sind auch da. Sie schreien „Aufhören!“. Mehr kann ich von ihnen wohl nicht erwarten. Die Oberglatze packt seinen Schwanz aus und pisst mir vor versammelter Mannschaft auf den Bauch und ins Gesicht. Egal. Nur Urin! Ist wasserlöslich. Ich lasse den Mund zu und halte die Luft an. Dann macht es Peng. Die Oberglatze bricht zusammen wie ein nasser Sack! Und fällt auf mich drauf. Plötzlich geht es rund. Die anderen Partygäste verjagen die zwei Lackeien mit lautem Gebrüll und Schubsern. Der Typ auf mir versucht wieder aufzustehen. Sein Schädel blutet. Ich sehe Mario mit einer zerbrochenen Bierflasche in der Hand. Scheiße, Scheiße, Scheiße, fuck! Das kann tödlich sein! Ich drücke die Oberglatze von mir weg. Irgendwie schaffe ich es aufzustehen. Einer der anderen Glatzen hat es geschafft zu seinem Kumpan am Boden zu gelangen. Er rüttelt an ihm herum und versucht ihn aufzuheben. Die Oberglatze ist aber ziemlich dick und stämmig und deshalb kaum von einem alleine bewegbar. Ich gehe zu ihm und schnappe mir die andere Seite. Zusammen versuchen wir den schweren Körper zu bewegen. Wir ziehen ihn zum Eingang des Vereinsheims. „Nein, du Idiot! Hier her ins Licht!“. Die Glatze scheint sehr empfänglich für Befehle in einem rauen Ton zu sein. Er tut, was ich ihm sage. Wir legen ihn in den Lichtkegel des Ausgangs und drehen ihn auf den Bauch. Seine Hinterglatze ziehrt eine mittelgroße Blatzwunde. Ich stehe auf und renne in das Vereinsheim. Am Waschbecken hängt ein Spültuch. Ich schnappe es mir und renne wieder raus. „Drück ihm das auf die Wunde!“. Die Leute stehen da und schauen. Die dritte Glatze steht auch dabei. Schön, wie alle gemeinsam die Schnauze halten können. „Ruft mal jemand einen Krankenwagen und die Bullen? Bitte!“. Ich sehe kein Problem darin, die Polizei einzuschalten. Schließlich wollte mir Mario nur helfen. Und wer weiß, wie weit die Glatzen noch gegangen wären. Er ist also immerhin sowas, wie ein Retter in der Not. Ich denke, dass ist sowas wie Notwehr. „Keine Bullen!“. Die Oberglatze kann wieder sprechen! „Wenn der Krankenwagen kommt, dann kommen die Bullen sowieso! Sieht doch jeder, dass das kein Unfall war!“. „Nichts! Kein Krankenwagen, keine Bullen!“. „Aber dann sind wir quit! Keine Rache!“. Die Oberglatze greift nach dem Tuch am Hinterkopf und hält es fest. Er dreht sich zu mir. „Du bist tot, wenn jemand die Bullen holt!“. „Ach ja!?“. Ich packe ihn an der Jacke und drücke ihn auf den Boden. „Ach ja!? Ich sag dir jetzt mal was! Weißt du überhaupt, wer ich bin!? Alter, wenn ich dein Gesicht noch einmal hier sehen sollte – und glaub mir, Gesichter merke ich mir wie ein Elefant – dann wirst du - dann siehst du ganz schön alt aus!“. Ich drücke mit der Hand auf das Tuch und reibe. Er schreit auf! Blaulicht. Jemand hat die Bullen geholt. Ich bin tot! Wo ist Mario? Oh fuck! Mario ist weg! Der Idiot scheint sich aus dem Staub gemacht zu haben. Vier Beamte in grün kommen lauthals angestürmt. Sie schubsen die Jugendlichen beiseite. Zwei von ihnen ziehen ihre Waffe. Deeskalation lautet das Zauberwort. Ich habe die Schnauze nur noch voll! Ein Cop zieht mich am Pulli nach oben und drückt mich gegen die Wand. Jawoll, er hat voll in die Pisse gelangt! Ich gebe nach und lasse meinen Kopf mit aller Gewalt gegen die Holzfasade drücken. Wenn's hilft! Ich weiß nicht, wer mich aggressiver macht. Die Bullen oder die Glatzen. Haben die Bullen zufällig 'nen Kasten Bier dabei? Der Polizist schreit mir ins Ohr. Er verdreht mir den Arm. Das tut doch weh! „Aaaah! Ich hab doch gar nichts gemacht! Die Glatzen haben mich zusammengeschlagen und angepisst!“. Jetzt ist es raus! Der Polizist lässt mich los. Trottel. Wenn ich nun gelogen und ein Messer bei mir hätte? Aber ich bin ja wirklich das Opfer hier. So bleibe ich also ruhig und zeige, dass ich kooperieren möchte. Der Krankenwagen kommt und die Sanitäter untersuchen mich. Dann packen sie mich und die Oberglatze in den Krankenwagen. Jetzt sehe ich mein Gesicht. Ich hab gut was mitbekommen.

Im Krankenhaus werden meine Wunden gereinigt. Größere Wunden werden getaped. Danach muss ich mit auf's Revier und Fragen beantworten. Ich bin immernoch der Meinung, dass Mario richtig gehandelt hatte. Also erzähle ich auch alles über ihn. Der Polizist gibt mir Recht. Wenn die Geschichte stimmte, dann wäre Mario durch den entschuldigenden Notstand vermutlich straffrei. Nachdem ich alle Fragen beantwortet habe, darf ich nach Hause. Ich muss zu Fuß gehen. Danke an meinen Freund und Helfer! Ich schließe meine Wohnungstür auf und spaziere direkt ins Schlafzimmer, ohne ins Badezimmer zu gehen, ziehe die Schuhe aus und lasse mich ins Bett fallen. Draußen wird es hell und die Vögel zwitschern. Meine Gedanken schweifen ab in die Traumwelt.

Ich sitze auf meiner Bettdecke. Sie gleitet wie ein fliegender Teppich über die Straße. Die Bäume und Wießen ziehen an mir vorbei. Dann biege ich in eine kleine Seitenstraße ab. Ich halte an einer alten Holzhütte mitten im Wald. Ich stehe auf, packe die Decke zusammen und gehe dorthin. Ich entdecke eine große Wasserrutsche. Alt und heruntergekommen. Die Farbe ist fast vollständig abgeblättert. Das Schwimmbecken, in welches die Rutsche führt, ist leer und ebenso alt und verkommen. Ich steige auf die Rutsche und setze mich oben hin. Mit der Hand trommle ich auf das Blech und es gibt jedesmal einen dumpfen, hallenden Ton. Ich sehe, wie ein Mann auf die Rutsche zukommt. Er muss vom Lärm angezogen worden sein. Ich will nicht mit ihm sprechen. Also tue ich einfach so, wie als wäre ich blind. Und ich trommle weiter. Er steht jetzt neben mir. Ich sehe ihn nicht. Ich sehe ihn, aber ich spiele einen Blinden. Er scheint es zu glauben. „Da ist kein Wasser in dem Becken.“. Er scheint Verständnis für mich zu haben. Plötzlich schreie ich ihn an, „Aber ich will Wasser in dem Becken! Ich will Wasser! Lassen sie sofort Wasser in das Becken!“.

Fortsetzung folgt...

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Katrin 01/29/2009 15:58

Wo bleibt die Fortsetzung???

WeixelEins 01/20/2009 13:26

Na da bin ich mal gespannt, wie es weiter geht! Gut geschrieben!