Shopping - Zahl was du verdienst

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Man stelle sich vor, die Datensammler würden ihre Informationen dazu nutzen, den Kunden an der Supermarktkasse einen Preis zu nennen, der an ihrem Einkommen orientiert wäre. So bezahlte der Reiche mehr, der Arme weniger für seinen Einkauf. Wer wieviel verdient, lässt sich schon aus einem Facebook-Profil ablesen, denn die Urlaubsfotos oder extravagante Hobbys zeugen von einem gutem Einkommen.

 

Ob diese Überlegung gerecht ist oder schlicht ungerecht, dass soll dahingestellt bleiben. Viel wichtiger bei dieser Annahme ist, dass sie schon jetzt der Realität entspricht. Auf Grund der Vermutung, dass Eigentümer eines SmartPhones oder eines Tablets mit Internetzugang mehr Geld übrig hätten und sich eher für Luxusartikel entscheiden würden, verlangen manche Händler mehr für die gleiche Leistung, wie wenn der Kauf von einem Desktop PC getätigt wird.

 

Diese Erkenntnis machten die Ermittler der Verbraucherzentrale NRW, die Preisunterschiede von bis zu 200,- Euro aufdeckten. Als die Händler auf diese gewaltigen Preisunterschiede angesprochen wurden, taten sie ahnungslos und schoben die Schuld auf einen Fehler im System. Dabei kann so ein Fehler logisch betrachtet nicht passieren.

 

Die Abfrage, welches Medium beim Besuch einer Homepage verwendet wird, ist simpel und geschieht bei jedem Aufruf einer Seite durch einen Besucher. Aber es gibt noch viel heiklere Daten, die wir tagtäglich im Internet hinterlassen. Noch viel wertvoller als die Frage nach dem Einkommen ist die Frage nach der Person und ihren Gewohnheiten.

 

Letztlich lässt sich das Szenario auf alle Lebensbereiche ausweiten, betrifft eines Tages vielleicht auch den Zugang zu Einrichtung, Bildung oder die Partnerwahl. Im aktuellen Fall haben es die Händler auf finanzstarke Käufer abgesehen. Auch ihnen sollte der Schutz ihrer Daten wichtig sein.

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