Sind Robots die Herren im Netz?

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Auf Sueddeutsche.de erschien heute ein Artikel über Robots, Programme, die das Internet durchforsten, Klicks und Inhalte generieren, Daten sammeln und Systeme hacken. Voll automatisch und weitgehend autonom. Die Zahl dieses Robot-Traffics liegt anscheinend höher als die Zahl des Human-Traffic im Netz und verzerrt so die Seitenbesuche und Relevanz, die für Werber und Blogbetreiber so wichtig sind.

 

Ich selbst hatte schon lange meine Zweifel an den Erfolgszahlen des Kurznachrichtendiensts Twitter. Ich kenne niemanden, der Twitter nutzt, die meisten Leute können sich auch nicht vorstellen, den Dienst für sich in Anspruch zu nehmen. Dann bleiben noch ein paar Promis, die das ganze als PR-Maschine nutzen und Journalisten, die sich über Twitter die neuesten Nachrichten zukommen lassen.

 

Und dann kommen die Robots, kurz Bots. Das sind Programme, die eigenständig das Netz durchsuchen. Bekannt wurden sie durch Suchmaschinen, die Bots benutzen, um Internetseiten zu referenzieren. Wer einen Blog hat und sich seinen Traffic anschaut, wird sehen, wie viele solcher Bots mindestens einmal am Tag auf den Blog zugreifen.

 

Allerdings machen solche Indizierungs-Bots, laut der Süddeutschen, nur noch einen kleinen Teil des Robot-Traffics aus. Der größte Teil stammt von Programmen, die Klicks und Inhalte generieren und so den Anschein einer gut besuchten Internetseite vorspielen sollen. Anscheinend sind es rund 30 bis 80 Millionen Klicks, die jeden Tag von diesen Bots gefaked werden.

 

Hier kommt wieder Twitter ins Spiel. Natürlich nur stellvertretend für alle Social Media Plattformen. Ein Journalist erzählt in dem Artikel auf der Süddeutschen, wie simpel er mal kurz 1000 Tweets generieren konnte. Voll automatisch und ohne große Vorkenntnisse. Danach warnt der Autor des Artikels vor den Gefahren für die Werbebranche, die, so getäuscht, ihre Etats auf Seiten konzentrieren könnten, die nur noch von Bots besucht würden. Dabei sind es wohl auch die Werber selbst, die gerne Klicks generieren, um ihre Werbeetats rechtfertigen zu können, also gerne selbst auf Bots zurückgreifen.

 

Dies würde doch auch erklären, warum PR-Agenturen gerne auf Twitter zurückgreifen. Denn auch wenn niemand Twitter liest, spätestens die Journalisten und Medien berichten gerne über solche belanglosen News, die eventuell nur für Robots interessant sind, in Wirklichkeit aber keine Sau jucken.

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