Rechtsruck - Umdenken statt draufhauen!

Veröffentlicht auf von Koolteeth

Die Zunahme rechter und rechtspopulistischer Parteien im europäischen Raum zeigt vor allem eines: die Gegenbewegungen haben eindeutig versagt und die Erfahrungen aus der Geschichte spielen fast keine Rolle mehr. Die Gründe liegen auf der Hand und sind so alt, wie die Menschheit selbst.

 

Bei einem Gang durch die Straßen fallen immer wieder die Parolen der linken Szene auf. Eindeutig hasserfüllt und direkt wird gegen Nazis gehetzt. Der Polizeistaat ist das zweite Wutthema der Schmiereien und dann kriegen auch noch die Nationen ihr Fett weg. Dazwischen Sprüche wie "kein Mensch ist illegal" oder "keine Abschiebung von Asylanten". Auf den Großteil der Bevölkerung wirken diese Botschaften abschreckend, da sie nicht nur unästhetisch und eigentumsverletzend sind, sondern eindeutig zu Gewalt aufrufen.

 

Dabei muss sich zum Beispiel die AntiFa zu Recht vorhalten lassen, ein Haufen pubertärer Schläger zu sein. Meine Erfahrungen mit Teilnehmern der Szene lassen nur selten Ausnahmen erkennen. So ist es dann auch verständlich, warum viele Bürger die Methoden der Linken mit denen der Rechten vergleichen. Gutgemeinte Aufklärungsabende und kulturelle Veranstaltungen haben größtenteils nur Zulauf aus der eigenen Szene und kommen in der Bevölkerung kaum an.

 

Der Grund liegt darin, dass diese Gruppen nicht auf die Menschen zugehen. Deren Probleme bleiben nämlich außen vor, dabei sind es genau diese Probleme, welche die Angst vor dem Fremden schüren und so einfach für faschistische Parolen zu missbrauchen sind. Der harmonie- und sicherheitsbedürftige Mensch wird stattdessen mit Gewaltszenarien konfrontiert, die ihm bitter aufstoßen, weil er eigentlich garnichts damit zu tun haben will. Er kümmert sich um die Bildung seiner Kinder, um Arbeitsplätze und um den Erhalt eines gewohnten Umfelds.

 

Zu diesem Umfeld gehört auch der zeitpolitische Aspekt. Was einmal war ist Geschichte und für den Menschen oftmals zu abstrakt, als dass er es auf die Gegenwart projizieren könnte. So verwundert es nicht, dass die krisengebeutelten Länder der EU wieder einen starken Rechtsruck erleben, wie er schon zu Beginn des zwangsigsten Jahrhunderts geschah. Zudem hat es der deutsche Bürger satt, sich unter der Last der Vergangenheit ducken zu müssen. Auch wenn keiner verneint, dass die Schrecken des Naziregimes abscheulich und unverzeilich sind.

 

Hier müssen Gegenbewegungen also endlich umdenken und einen klaren Imagewechsel vollziehen. Ansonsten wird sich eben nichts ändern und die Tatsache, dass Deutschland noch zu den moderateren Ländern der EU gehört, bleibt einzig und allein von der Bewätigung der nächsten großen Krise abhängig.

Veröffentlicht in Gedanken

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